Früher war mehr Fernsehen

Opa Hoppenstedts abgewandelte Aussage („Früher war mehr Lametta“, aus Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts)) traf für mich diese Weihnachten besonders zu. Erinnere ich mich an Jahre als Jugendlicher oder junger Erwachsener, bot das Fernsehprogramm trotz deutlich weniger vorhandenen Kanälen, immer noch ein paar Sendungen, auf die ich mich freuen konnte. Vermutlich liegt das aber eher an geänderten Sehgewohnheiten und inhaltlichen Ansprüchen.
Mit dem Einzug der Streaminganbieter wie z.B. Netflix, Amazon Prime und Maxdome und deren problemloser Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden, haben sich die Gewohnheiten des TV-Konsums nicht nur bei mir verändert. Die Altersgruppe der bis zu 49-jährigen wendet sich gerade von den Öffentlich-Rechtlichen, wie von den privaten Sendeanstalten in erstaunlich hoher Zahl ab. Selbst die Investition in ein Abo von Sky wird mangels Wunschterminen für einen Film immer seltener in Erwägung gezogen.
Woran mag das liegen?
Die Änderungen im Arbeitsleben, in dem immer mehr „Flexibilität“ gefordert wird, machen es vielen jüngeren Menschen unmöglich, die Sehgewohnheiten ihrer Eltern fortzuführen. Nachdem der überwiegende Teil des Tages mit Arbeit und den notwendigen Wegezeiten verplant ist, bleibt nicht mehr viel, was vom Rest der Freizeit nach Einkäufen und der Pflege von Haushalt und sozialen Kontakten, in den Medienkonsum investiert werden kann. Hier können TV- und Radiosender mit festen Sendeplänen nur verlieren.
Sehen und Hören wo, was und wann man will, ist die Devise nicht nur bei mir. Dank Internet und gefälligen Mediendiensten, stehen Unterhaltung, Information und Bildung jederzeit auf Wunsch zur Verfügung. Ein Vorteil, dem die klassischen Medien nur eingeschränkt mit Mediatheken und Podcasts begegnen können. Aber die Dominanz von Spotify, Wikipedia und Youtube werden sie nicht mehr brechen können.
Selbst die einstige Hochburg der staatlich subventionierten TV-Anstalten, die täglichen Nachrichten, haben ihren  Status der neutralen Informationsvermittlung verloren. Seit ein Klaus Kleber im heute journal mit Tränen seine eigene Meinung in die Nachrichten einfliessen liess, kann ich nicht mehr an eine wirklich neutrale und unabhängige Berichterstattung glauben. Da bemühe ich doch lieber verschiedene internationale Medien, um mir meine eigene Meinung zu bilden.
Das wird aber Thema eines kommenden Beitrags werden.
Und jetzt in diesem Moment habe ich gerade Zeit und Lust auf eine Folge „Stranger Things“. Kennen Sie nicht?
Sie sollten sich Streaming näher anschauen  😉  Auch dazu werde ich demnächst meine persönlichen Erfahrungen veröffentlichen.

Dieser Beitrag wurde unter Technik, Unterhaltung abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.