Lächeln erlaubt

Als Bahnfahrer sieht man ja häufig einen repräsentativen Querschnitt der Einwohner unseres Landes beim täglichen Überlebensk(r)ampf in freier Wildbahn. Hier fällt es besonders auf, wie wenig Menschen noch eine freundliche, optimistische Ausstrahlung haben. Viel zu häufig hat man es mit vorgeschobenen Unterkiefern und gespreizten Ellenbogen zu tun. Einen der seltenen Momente, die gezeigt haben dass es auch anders geht, habe ich dieser Tage bei der Bahnfahrt vom J.P. Morgan Lauf in Frankfurt nach hause in einem übervollen Waggon erleben dürfen. Weiterlesen

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"Was hat der Mann da im Ohr?"

Sehr oft stelle ich gerade bei Menschen, welche meine Hörhilfen erst nach einiger Zeit “entdeckt” haben, einen verschämten Zwang zum Ignorieren dieser beiden Dinger fest. Auch Fremde zeigen öfter Unsicherheiten angesichts der Hörgeräte. Natürlich sind es fast ausnahmslos Kinder, die relativ unverkrampft die Mutter fragen, was denn “der Mann da in den Ohren hat”. Sofern ich es mitbekomme, ermutige ich die fast immer peinlich berührten Frauen, ihren Sprösslingen Fragen zu Sinn, Zweck und Tragekomfort zu erlauben.
Aber natürlich sind nicht nur Kinder aufgefordert, statt zwanghaftem Wegschauen eben mal genauer hinzusehen und bei Bedarf vorhandenen Defiziten zum Thema Schwerhörigkeit durch Erfahrungen aus erster Hand abhelfen zu lassen. Ich denke einfach, die Unsicherheit lässt mit dem Wissen zu dieser Behinderung deutlich nach. Unter Umständen kann man so bei einigen jüngeren Menschen einer drohenden Sorglosigkeit im Umgang mit dem Gehör begegnen.
Wie würdet Ihr denn, als Betroffene oder Interessierte, mit solchen Situationen umgehen?

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Ahnungslose TV-Macher

Vermutlich halten sich Redakteure und TV-Produzenten ja für Menschen mit Durch- und Überblick. Doch nur ganz wenigen ist bisher aufgefallen, dass sie mit ihren Dokumentationen nur einen eingeschränkten Personenkreis erreichen. Dabei wäre es nicht schwer, auch Hörbehinderte zu den Konsumenten ihrer Produktionen zu machen. Dafür bedarf es allerdings einer gewissen Empathie mit diesen Menschen.
Wie komme ich darauf? Weiterlesen

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Wie Hörverlust klingt

Weil Schwerhörigkeit eine recht individuelle Schwäche ist, kann man einem Normalhörenden nicht ganz einfach erklären, wie sich die Welt im ganz persönlichen Eindruck anhört. Es ist ja nicht so, dass alles nur leiser wird. Dann sonst hätte der oft gehörte Tipp von Nichtbetroffenen („mach doch einfach deine Hörgeräte lauter“) ja seine Berechtigung. Natürlich kann man bei vereinzelten Hörbehinderungen eine gewisse Verbesserung durch die Anhebung der Lautstärke erreichen, andererseits steigt damit aber auch die Lärmbelästigung des Betroffenen. Dies ist jedenfalls ein Grund dafür, warum viele Schwerhörige sehr lärmempfindlich sind.
Wer sich wenigstens ansatzweise mal in die Welt der Hörbehinderten begeben möchte, kann das auf dieser Website tun. Hier wird versucht, verschiedene Ausprägungen von Hörschwächen auch einem Normalhörenden nahezubringen.
Versucht es mal und teilt mir Eure Erfahrungen mit.

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Handykauf leicht gemacht?

Als Kunde mit einer offensichtlichen Hörschwäche führt man viele Handyverkäufer auf das berühmte Glatteis. Der erste Reflex führt dann zu den sogenannten Seniorengeräten („die sind wirklich sehr laut“). Nun mag ich das nicht abstreiten, aber ich möchte doch etwas mehr als ein zweizeiliges, pixeliges LCD mit riesigen Ziffern. Ich habe Probleme mit den Ohren, nicht mit den Augen. Und mit derzeit 54 Lenzen schaffe ich es auch, fehlerfrei ein Tastenfeld zu bedienen, welches nicht die Ausmaße einer Kühlschranktür hat.
Leider (für Schwerhörige!) zeigen sich bei den Smartphones die Nachteile des von der EU in Kraft gesetzten Hörschutzes. Die Geräte dürfen eine Grenze der Lautstärke am Kopfhörer nicht mehr überschreiten, was für einen Hörbehinderten dazu führen kann, mit solch einem Teil unterwegs nur sehr eingeschränkt Musik hören zu können.
Bei mir stellt sich die Situation wie folgt dar:
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Meine elektronischen Ohren

Seit mittlerweile drei Jahren habe ich nun meine Hörgeräte. Es sind Lotus Pro M von Siemens, die einen günstigen Preis mit moderner Technik verbinden. Nach den ersten Nachjustierungen meines Hörgeräte-Akustikers bin ich mit dem Klang recht zufrieden. Eher negativ ist die Verständlichkeit von Radio oder TV, wofür aber die HGs nicht alleine verantwortlich sind, denn das liegt auch an meiner Schallempfindungsschwerhörigkeit. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass mein Sprachverständnis auch bei hoher Lautstärke nur noch geringfügig zunimmt. Angesichts des aktuellen Angebots im Fernsehen muss das aber kein Nachteil sein.
Verbessert hat sich seither zweifellos die Kommunikation mit anderen Menschen im persönlichen Gespräch, solange die Umgebung nicht allzu lärmbelastet ist. Auch lange vergessene Geräusche rufen sich bei mir wieder in Erinnerung. Neben profanen Dingen wie dem Läuten eines Telefons oder der Türklingel, ist das z.B. auch das wieder gehörte Zwitschern von Vögeln.
Wenn Du diese Sinneseindrücke nur noch eingeschränkt wahrnehmen kannst, solltest Du schleunigst einen Hörtest machen. Jeder Hörgeräteakustiker bietet einen solchen ohne lange Wartezeit und kostenlos an.

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Wie bitte?

Diese von mir häufig genutzte Redewendung ist ganz bestimmt nicht Ausdruck mangelnder Aufmerksamkeit meinem Gesprächspartner gegenüber, sondern liegt an meinem recht geringen Hörvermögen.
Welche Probleme sich in diesem Zusammenhang für alle Beteiligten ergeben können und welche Lösungsmöglichkeiten es unter Umständen gibt, ist im tollen Blog Not quite like Beethoven nachzulesen. Der Blogger hört noch schlechter als ich, schafft es aber, sein Leben nicht nur für Betroffene sehr unterhaltsam und ohne Selbstmitleid zu beschreiben.
Für alle, denen der Bezug zur Schwerhörigkeit (noch) fehlt, ein absoluter Tipp von mir. Vielleicht macht Ihr Euch danach mal Gedanken, wenn manche Zeitgenossen Euch „nicht verstehen“.

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